Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Bunte Liste tritt bei der Wahl zum Ausländerbeirat an, damit die Interessen von Migrantinnen und Migranten gewahrt werden und ihre Lebenssituation in Trier verbessert wird. Viele Probleme sind in den letzten fünf Jahren vom Ausländerbeirat vernachlässigt worden. Nun wird es Zeit, dass in Trier die dringendsten Projekte angegangen werden: Zielsetzung ist für uns dabei, Ansprechpartner für Sie zu sein und zu helfen, dass Barrieren, denen Sie im Alltag begegnen,beseitigt werden. Um dies zu verwirklichen, ist es wichtig, dass die Arbeit des Ausländerbeirats einsichtiger wird: Wir werben für mehr Transparenz. Jedes Treffen, jede Entscheidung, jede Aktion soll kommuniziert werden, damit Sie wissen, wie der Beirat arbeitet. Transparenz ist wichtig, damit sie nicht nur informiert sind über die Arbeit des Beirates, sondern dass Sie dem Ausländerbeirat auch Kritik rückmelden können. Nur so können wir es schaffen, dass der Beirat Ihre Interessen vertritt. Alle Projekte und Gruppen, die einen wichtigen Beitrag zur Migration in Trier leisten, müssen zusammengeführt und vernetzt werden. Mit diesem Netzwerk soll ein bedarfsorientiertes Angebot geschaffen werden, an das Sie sich bei Problemen im Alltag wenden können. Ein weiteres Ziel ist für uns eine schnelle und unbürokratische Umsetzung des Integrationskonzeptes. Hier setzen wir uns dafür ein, dass es eine/n hauptamtlichen Migrationbeauftragte/n gibt, der selbst einen Migrationhintergrund hat und so Ihre Interessen aus eigener Erfahrung vertreten kann.

Mit unserem Programm legen wir ein ambitioniertes Projekt für die nächsten fünf Jahre vor, unsere Themenschwerpunkte sind:

„Arbeit und Bildung“

"Zivilgesellschaft und interkultureller Dialog"

"Politische und institutionelle Rahmenbedingungen schaffen"

Diese Programmpunkte wollen wir in den nächsten Jahren umsetzen. Dabei sind wir für Ihre Anregungen stets offen und bieten uns als kooperativen Partner an. Teilen Sie uns mit, was Ihnen in unserem Programm fehlt. Sagen Sie uns, was Sie vom neuen Integrationsbeirat erwarten. Schreiben Sie uns eine Mail an: bunteliste@gmx.de. Wir werben mit diesem Programm um Ihr Vertrauen und hoffen, dass Sie am 08.11. bei der Wahl zum Ausländerbeirat die „Bunte Liste“ wählen.

 

Themenschwerpunkt 1: Bildung & Arbeit

Bildung und Arbeit – für alle!

Bildung ist ein Menschenrecht! Sie muss jedem zugänglich sein! Die Realität sieht leider anders aus. Kinder mit Migrationshintergrund landen bei uns allzu häufig auf Hauptschulen wie PISA eindrucksvoll beweist. Dieser Trend setzt sich in der Arbeitswelt fort. Deshalb brauchen wir eine Bildungsoffensive. Sprachkenntnisse müssen gefördert, interkulturelle Kompetenzen ausgebaut und die Benachteiligungen von MigrantInnen im deutschen Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt beseitigt werden. Konkret fordern wir:

"Frühe Selektion beenden – für ein längeres gemeinsames Lernen"

Warum?: Im Aussortieren von zehnjährigen Kindern in verschiedene Schultypen liegt eines der Grundübel unseres Schulsystems. Überall dort, wo SchülerInnen länger zusammenbleiben, steigt das Leistungsniveau aller und es bestimmen nicht das Portemonnaie oder die Herkunft der Eltern über die Zukunft ihrer Kinder.
Idee: Wir brauchen Bildungseinrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche gemäß ihrer individuellen Bedürfnisse und Talente gefördert werden. Deshalb fordern wir eine bedarfsgerechte Anzahl von integrierten Gesamtschulen (IGS) in Trier. Bei der ersten IGS am Wolfsberg, die sich gerade in der Planungsphase befindet, muss darauf geachtet werden, dass von Anfang an Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund bei der Aufnahme in die fünften Klassen gemäß ihres Anteils an der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung berücksichtigt werden.
Ziel: Wir wollen den Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungschancen aufbrechen und allen Kindern und Jugendlichen den Weg zu umfassendem Wissen und hohen Bildungsabschlüssen ermöglichen.

"Integrationskurse passgenau schneidern"

Warum?: Sprachkurse müssen sich an den Vorkenntnissen der Lernenden und ihren Lebensumständen orientieren. Es macht keinen Sinn, Menschen, die einen Konversationskurs bräuchten, mit anderen, die erst wenige deutsche Wörter kennen, in denselben Unterricht zu schicken.
Idee: In enger Absprache mit dem Bundesamt für Migration und Flucht (BAMF) und allen beteiligten Trägern werden wir uns dafür einsetzen, dass zukünftig verstärkt zielgruppenorientierte Integrationskurse u.a. für Frauen, Eltern, SeniorInnen, nicht mehr schulpflichtige Jugendliche oder Menschen mit Alphabetisierungsbedarf angeboten werden.
Ziel: Hiermit wollen wir erreichen, dass die Teilnahme an den Kursen für alle Beteiligten aus fachlicher wie auch persönlicher Sicht möglichst gewinnbringend ist.

„Mehr DAF (Deutsch als Fremdsprache) an den Schulen“

Warum?: Ein wichtiger Teil der Integration von EinwanderInnen der 2. und 3. Generation findet über die Schule statt. Dieser Integrationsprozess kann jedoch gehemmt werden, wenn die Sprachkenntnisse der Kinder nicht dafür ausreichen, am Unterrichtsgeschehen sowie an der Klassengemeinschaft kommunikativ teilzunehmen. Viele LehrerInnen sind hier mit der Sprachförderung überfordert.
Idee: An den Universitäten (gerade in Trier) nehmen viele StudentInnen das Studium „Deutsch als Fremdsprache“ wahr und werden spezifisch auf die Vermittlung von Deutsch als Fremd- und Zweitsprache vorbereitet. Diese Vermittlung umfasst nicht nur didaktisches und fachliches Wissen, sondern leitet auch eine interkulturelle Kompetenz im Lernen von Sprache an. Die Stadt kann an den Schulen pädagogisches Begleitpersonal einstellen, das sich für die Vermittlung von Deutsch als Fremd- und Zweitsprache kompetent einsetzt.
Ziel: Kurse für Deutsch als Fremdsprache sollen in den Schulen etabliert werden. So kann SchülerInnen mit Migrationshintergrund kompetent Deutsch vermittelt werden; gleichzeitig werden die SchülerInnen aber nicht komplett aus dem Unterrichtsgeschehen herausgenommen und nehmen weiter an der Klassengemeinschaft teil. Somit wird der Integrationsprozess in der Schule durch spezifische Deutschkurse gefördert.

„Mehr MigrantInnen in den öffentlichen Dienst“

Warum?: MigrantInnen haben im deutschen Bildungssystem einen schweren Stand. Ausgrenzung und soziale Barrieren stehen auf der Tagesordnung. Aber auch in der Verwaltung ist es für viele MigrantInnen schwer, an notwendige Auskünfte und Beratungen zu kommen.
Idee: Um dieser Ausgrenzung entgegenzuwirken, fordern wir: „Mehr MigrantInnen in den öffentlichen Dienst". In den Schulen und Kindergärten bedarf es mehr LehrerInnen und KindergärtnerInnen, welche die Benachteiligungen von MigrantInnen im deutschen Bildungssystem kennen und aufgrund eigener Lebenserfahrung gegen Diskriminierungen vorgehen sowie Konzepte für integrationsorientierten Unterricht entwickeln können. Auch in der städtischen Verwaltung könnte durch die Einstellung von MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund ein wichtiger Beitrag zur gleichberechtigten Teilhabe geleistet werden und Ungleichbehandlungen entgegengewirkt werden. Deshalb wollen wir darauf hinwirken, dass MigrantInnen in den genannten Bereichen gemäß ihres Anteils an der Gesamtbevölkerung repräsentiert sind.
Ziele: Die Vermittlung von interkultureller Kompetenz wird durch mehr MigrantInnen im Schuldienst gefördert. In der Verwaltung können MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund spezifischer auf die Bedürfnisse von MigrantInnen reagieren.

„Zielgruppenorientierte Jobbörse für MigrantInnen“

Warum?: Die tägliche Arbeit bestimmt zu großen Teilen unsere sozialen Kontakte und definiert in nicht unerheblichem Maß die eigenen Identität. Viele Menschen in unserem Land, auch ohne Migrationshintergrund, kennen aus eigener Erfahrung die Schwierigkeiten, die sich bei der Suche nach Arbeit ergeben. Wenn man jetzt noch sprachliche Barrieren und eine Sozialisation in anderen Gesellschaften und Kulturen dazurechnet, vervielfachen sich die Probleme mit denen MigrantInnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt konfrontiert sind.
Idee: Gerade die sprachliche und kulturelle Vielfalt und auch das mitgebrachte Fachwissen wird in vielen Bereichen der Wirtschaft händeringend gesucht. Hier müssen Arbeitgeber und Arbeitssuchende gezielt zusammengebracht werden.
Ziel: Die ARGE muss hier in Zusammenarbeit mit freien Trägern eine zielgruppenorientierte Vermittlung von Stellen vorantreiben. Dafür gilt es passgenaue Anforderungen der Unternehmen einzuholen, detaillierte Profile der Arbeitssuchenden weiterzugeben und Ressentiments auf beiden Seiten abzubauen.

„Stärkere Vernetzung mit den Hochschulen in Trier“

Warum?: Die Hochschulen in Trier haben ein funktionierendes Netzwerk geschaffen, das sich spezifisch um die Interessen studierender AusländerInnen in Trier kümmert. Diese Kompetenz der AusländerInnenreferate und Sprachkurse sollte in die gesamte Migrationspolitik in Trier eingebracht werden.
Idee: Bei der Vernetzung aller Gruppen, die sich in Migrationsprojekten engagieren, soll den universitären Gruppen eine besondere Rolle zugedacht werden. Ihre Erfahrungen, Projekte und Methoden sollen besonders in die Netzwerkarbeit für MigrantInnen eingebracht werden.
Ziel: Stärkung der Kompetenz aller Gruppen, die sich für MigrantInnen engagieren. Spezifische Situation von ausländischen Studierenden erkennen und in die Arbeit des Ausländerbeirates einbringen.

Themenschwerpunkt 2: Zivilgesellschaft und interkultureller Dialog.

Integration wird nicht ausschließlich von Stadträten und in Parlamenten gestaltet. Tatsächlich muss Integration dort stattfinden, wo Sie wohnen. In ihrer Straße, in ihrem Stadtteil, kurzum in der Trierer Gesellschaft entscheidet sich, ob wir in einer gerechten Stadt leben, die niemanden ausschließt sondern offen ist für Alle, die in ihr leben. Zahlreiche Organisationen und Vereine engagieren sich bereits für ein weltoffenes Trier, diese Gruppen und Menschen wollen wir aktiv durch unsere Arbeit unterstützen. Überall dort, wo die Zivilgesellschaft noch nicht offen ist für die Chancengleichheit zwischen Deutschen und BürgerInnen mit Migrationshintergrund, müssen wir Barrieren abbauen. Wir setzen uns durch Projekte und Vernetzungsarbeit für eine Gesellschaft ein, in der Vielfalt nicht nur gefordert, sondern auch gelebt wird. Die folgenden Programmpunkte bieten Ihnen einen ersten Überblick, durch welche konkreten Maßnahmen wir dieses Ziel erreichen wollen:

"FAIRmieten -VermieterInnen gegen Diskriminierung"

Warum?: Viele MigrantInnen werden auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert. Obwohl kein Zweifel daran besteht, dass sie die Mietkosten zahlen können, bekommen sie häufig keine Wohnungen. Betroffen sind vor allem MigrantInnen mit geringen Deutschkenntnissen und Menschen mit dunkler Hautfarbe.
Idee: Triers VermieterInnen einladen und die Problematik mit ihnen besprechen. Gemeinsam mit den VermieterInnen wird ein Konzept der freiwilligen Selbstkontrolle erarbeitet. Beispielsweise ein Flyer oder eine Website mit Kontaktadressen der teilnehmenden VermieterInnen. Im Gegenzug verpflichten sich die VermieterInnen, MigrantInnen nicht zu diskriminieren. Die MigrantInnen können in der Folge Diskriminierungen beim neuen Integrationsbeirat melden, der sich bei Häufung solcher Anzeigen mit dem gemeldeten VermieterInnen auseinandersetzt.
Ziele: VermieterInnen auf die Problematik hinweisen. Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt reduzieren/abschaffen.

"Trierer Netzwerk für Organisationen der Migrations- und Integrationsarbeit"

Warum?: Zur Zeit herrscht ein Mangel an Austausch und Vernetzung zwischen den bestehenden Organisationen, die in Trier zu den Themenbereichen Migration und Integration arbeiten. Für Außenstehende ist das unterschiedliche und sich ergänzende Angebot der verschiedenen Gruppen nur schwer zu durchschauen; oft ist nicht bekannt, wer derzeit welche Projekte durchführt und plant, fruchtbare Zusammenarbeit wird dadurch erschwert.
Idee: Der Beirat will ein Netzwerk schaffen in dem sich die verschiedenen Organisationen austauschen und über die Aktivitäten anderer informieren können. Projekte können so in Zusammenarbeit durchgeführt und besser koordiniert werden. Das Gesamtangebot wird, insbesondere für MigrantInnen selbst, übersichtlicher. Eine solche gemeinsame Plattform könnte vom Beirat moderiert werden. Die Homepage des Beirats könnte als erste Anlaufstelle und Informationspool dienen und an die anderen Gruppen weiterverweisen.
Ziel: Trierer Migrations- und Integrations-Institutionen vernetzen und Angebote koordinieren. Verstärkte Zusammenarbeit und größeres politisches Gewicht durch gemeinsamen Austausch

"Projektberatung"

Warum?: Zahlreiche Projekte in Trier setzen sich mit den Themen Integration, Interkulturelle Bildung und Rechtsextremismus auseinander. Viele dieser Projekte bieten vor allem auch MigrantInnen eine Chance, sich durch Engagement in die Gesellschaft einzubringen. Diese Möglichkeiten gilt es auszubauen.
Idee: Projektsprechstunde zur Unterstützung bei der Antragstellung und Stiftungssuche. Außerdem Angebot einer objektiven Projektevaluation. Darüber hinaus könnte der neue Beirat die Vielzahl an Projekten koordinieren und überblicken. Schließlich muss es ein Anliegen des Integrationsbeirats sein, bestehende Projekte aktiv zu bewerben.
Ziele: Migrantinnen für die Projektarbeit begeistern und gewinnen. Projekte aktiv im Bürokratiedschungel unterstützen, koordinieren und bei ihrer Verbesserung mithelfen.

"Aktiv gegen Rechts"

Warum?: Seit Mitte dieses Jahres ist die NPD im Trierer Stadtrat vertreten. Noch im Wahlkampf kam es zu gewalttätigen Übergriffen von Rechtsextremen auf junge AntifaschistInnen. Wir sehen darin eine steigende Tendenz, dass Rechtsextremismus in Trier an Gewicht gewinnt und mit ihrem rassistischen Gedankengut eine ernstzunehmende Gefahr für die Demokratie darstellt. Insbesondere MigrantInnen werden durch rechtsradikale Parolen heftigst diskriminiert und sind einer psychischen und physischen Bedrohung ausgesetzt.
Idee: Wir wollen v.a. Jugendliche ansprechen und für die Problematik rund um Rechtsextremismus sensibilisieren. In schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit, (Jugendzentren, Jugendorganisationen etc.) soll interaktiv und in gemeinsamen Aktionen und Diskussionen auf die Gefahren von Rechtsradikalismus aufmerksam gemacht werden. Es gibt in Trier bereits unterschiedliche Bildungsangebote zu diesen Themen (s. Projektberatung). Der Beirat will bestehende Angebote stärker bewerben und ihre Durchführung fördern (Fundraising). Bei Bedarf sollen zudem, in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern, neue Projekte konzipiert werden.
Ziel: Jugendliche für Gefahren durch Neofaschismus sensibilisieren. Bildungsangebote zu Rechtsextremismus und Antirassismus bewerben und fördern

"Infoveranstaltungen zu BürgerInnenrechten und Verbraucherschutz dort anbieten, wo die Menschen wohnen!"

Warum?: Rechte kann man nur in Anspruch nehmen wenn man sie kennt.Viele MigrantInnen sind nicht ausreichend über ihre Rechte informiert. BetrügerInnen, Call-Center, Dienstleister, Telefonanbieter und so manche Behörde nutzen die Unwissenheit von MigrantInnen aus. Sie verkaufen z.B. Abos die niemand haben wollte oder verweigern Auskünfte.
Idee: Informationsveranstaltungen zu Bürgerrechten und Verbraucherschutz auf verschiedenen Sprachen in den Stadtteilen Triers durchführen. Die ZuhörerInnen sollen hier auch Zeit bekommen um Fragen zu stellen und ihre konkreten Probleme zu schildern.
Ziel: MigrantInnen über ihre Rechte aufklären!

"MentorInnenprojekt für Neuzugewanderte"

Warum?: Es ist gar nicht leicht, sich in einem fremden Land zurecht zu finden. Insbesondere dann, wenn man/frau noch niemanden kennt, die Sprache noch nicht beherrscht und die Gepflogenheiten noch nicht durchschaut.
Idee: Wir suchen nach TrierInnen, die dazu bereit sind, NeuzuwandererInnen, den Einstieg in ihr neues Leben zu erleichtern. Die „MentorInnen“ zeigen ihnen die Stadt, die schönsten Cafés und begleiten sie beim Gang zu den wichtigsten Institutionen und Behörden. Optimal wäre es, Menschen zusammenzubringen, die sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden, z.B. Kinder im selben Alter haben, in Trier studieren etc.
Ziel: In England hat ein ähnliches Programm große Erfolge erzielt. Für Trier gilt: Chancen zur Integration von Anfang an nutzen!

"Dolmetscherfeuerwehr"

Warum?: Sprachbarrieren sind eine häufige Ursache für Probleme zwischen Einrichtungen wie zum Beispiel Schulen, Kintergärten etc. und BürgerInnen mit Migrationshintergrund. Eine Sprache zu lernen erfordert viel Zeit, währenddessen kommt es immer wieder zu Terminen die noch nicht alleine bewältigt werden können.
Idee: Wir wollen Menschen mit Deutsch- und Fremdsprachenkenntnissen anwerben, um MigrantInnen mit Sprachdefiziten zu unterstützen. Diese "Dolmetscherfeuerwehr" soll zum Beispiel bei Elterngesprächen oder Behördengängen zum Einsatz kommen.
Ziel: Kommunikation zwischen Deutschen und MigrantInnen bei wichtigen Terminen trotz Sprachbarrieren ermöglichen.

„Interkulturelle Freizeitgestaltung für Jugendliche (Sport und Kunst)“

Warum?: Oft ist jugendlichen MigrantInnen der Zugang zu Freizeitaktivitäten (aufgrund von finanziellen, sprachlichen und kulturellen Barrieren) verwehrt. Dabei stellen gerade Freizeitaktivitäten ein großes Potential für die gesellschaftliche Integration von Jugendlichen dar.
Idee: Wir wollen das Freizeitangebot insbesondere für Jugendliche mit Migrationshintergrund in Trier ausbauen und den interkulturellen Austausch innerhalb dieser Freizeitaktivitäten stärken. Wir wollen Interkulturalität in den Bereichen Sport und Kunst intensivieren, um ein vorurteilsfreies und solidarisches Miteinander unter den Jugendlichen zu fördern.
Ziel: Zugang für jugendliche MigrantInnen zu breitem Freizeitangebot. Interkulturellen Charakter von Freizeitangeboten für Jugendliche stärken.

"Interreligiöser Dialog"

Warum?: Es lässt sich nicht verleugnen, dass viele Entscheidungen getroffen werden, von Traditionen, die aus der Religion erwachsen sind oder direkt mit religiösen Regeln begründet werden. Auch wird das Bild des Gegenübers sehr stark von Annahmen über die Religion des jeweils Anderen geprägt. Gerade in einer Stadt wie Trier, deren Geschicke Jahrhunderte lang eng mit Religion verknüpft waren und sind, sollte dieses wichtige Thema des gesellschaftlichen Miteinanders nicht ausgeblendet werden.
Idee: In Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften ist eine breit geführte öffentliche Diskussion, über Gemeinsamkeiten und Differenzen der Religionen zu führen.

„Medi-Netzwerk – medizinische Versorgung für Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Trier schaffen“

Warum?: Die medizinische Versorgung ist für Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland sehr schwierig. Viele dieser Menschen gehen erst zu Ärzten wenn es schon zu spät ist, da sie über keine Krankenversicherung verfügen und aus Angst, dass ihre Daten an die Ausländerbehörde weitergeleitet werden. Doch für uns ist die medizinische Versorgung ein elementares Recht jedes Menschen.
Idee: Um diesem Zustand in Trier entgegenzuwirken, wollen wir ein Netzwerk von MedizinerInnen schaffen, die bereit sind Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus anonym und kostenlos zu versorgen. Modelle für dieses Projekt werden in anderen Städten in Deutschland seit Jahren erfolgreich praktiziert, wie z.B. in Berlin oder Mainz.
Ziel: Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus anonym und kostenlos medizinische Versorgung zukommen lassen. Längerfristig sind wir der Ansicht, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland so geändert werden müssen, dass alle Menschen in Deutschland Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Themenschwerpunkt 3: politische und institutionelle Rahmenbedingungen schaffen.

Kommunales Integrationskonzept begleiten, umsetzen und weiterentwickeln! Integration funktioniert nicht von allein. Sie muss gestaltet und gefördert werden. Deshalb begrüßen wir es sehr, dass die Stadt sich auf den Weg hin zu einem kommunalen Integrationskonzept begeben hat, an dem sich von Anfang an viele Menschen interessiert gezeigt haben. Dieser Beteiligungsprozess muss fortgesetzt werden. Papier ist geduldig... Desto mehr fühlen wir uns verpflichtet, darauf zu achten, dass die im Entwurf vorliegenden Zielvorgaben und Einzelmaßnahmen konsequent umgesetzt werden. Die gleichberechtigte Teilhabe ALLER hier wohnenden Menschen am gesellschaftlichen Leben. Trier sind wir! Dabei wollen wir folgende Punkte umsetzen:

"Kommunales Wahlrecht für AusländerInnen"

Warum?: In der Kommune werden Entscheidungen getroffen, die selbstverständlich Menschen ohne deutschen Pass genauso betreffen wie alle anderen. Insofern müssen sie das Recht und die Möglichkeit bekommen, diese zu beeinflussen. Politische Gleichberechtigung muss am Anfang jeder Integration stehen.
Idee: Der Stadtrat hat sich mehrheitlich für ein kommunales Wahlrecht in diesem Sinne ausgesprochen. Wir werden nun den Rat daran erinnern, dass eine Resolution allein noch keine Gesetzesänderung bewirkt.
Ziel: Politische Partizipation und demokratische Teilhabe ermöglichen!

"Hauptamtliche/r Integrationsbeauftragte/r"

Warum?: Die Umsetzung des Integrationskonzeptes darf nicht dem Zufall überlassen werden. Da Integration eine Querschnittaufgabe ist, d.h. in allen Politikbereichen bedacht werden muss, brauchen wir eine Verankerung an der Spitze der Verwaltung.
Idee: Daher fordern wir die Position einer/s hauptamtlichen Integrationsbeauftragte/n mitsamt ausreichender Zuarbeit. Bei der Besetzung dieser Position muss darauf geachtet werden, dass sie mit einer Person versehen wird, die selbst über Migrationserfahrung verfügt. Denn Betroffene wissen selbst am besten, wo der Schuh drückt.
Ziel: Die Verwirklichung des Integrationskonzeptes bestmöglich gewährleisten!

"Integrationsbehörde schaffen"

Warum?: Die jetzige Ausländerbehörde verfolgt einen repressiven Ansatz. Ihr geht es nicht um Integration, sondern darum, gesetzlichen Vorgaben zu genügen. Einen Paradigmenwechsel hin zu einer weltoffenen Gesellschaft hat sie strukturell bis heute nicht nachvollzogen.
Idee: Wir wollen die Ausländerbehörde nach dem Vorbild des BürgerInnenamtes zu einer Dienstleistungsbehörde weiterentwickeln. Hier werden Menschen gemäß ihrer Bedürfnisse umfassend beraten und auf rechtliche Möglichkeiten hingewiesen. Hierdurch soll die Integration insbesondere in den Bereichen Arbeit, Bildung und Gesundheit unterstützt werden. Diese Idee braucht Zeit um Wirklichkeit zu werden. Die aktuellen Probleme die MigrantInnen mit der Ausländerbehörde haben, dürfen dabei nicht vergessen werden. Wir werden im Internet über Verfehlungen der Behörde berichten und die Presse über gravierende Missstände informieren.
Ziel: Umgestaltung der Ausländerbehörde zu einer bedarfsorientierten Anlaufstelle für MigrantInnen. Bis dahin: Missstände aufdecken!

"Flüchtlinge berücksichtigen und unterstützen"

Warum?: Die zentrale Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Dasbachstraße ist eine Trierer Besonderheit. Wenn Menschen dort ankommen, kann niemand vorhersagen, wie lange sie in Deutschland bleiben werden. Selbst wenn ihr Asylantrag abgelehnt wird (wie es leider so oft der Fall ist), können sehr unterschiedliche Umstände eine Rückkehr in das Herkunftsland für lange Zeit und oft auch für immer verhindern.
Idee: Deshalb müssen Flüchtlinge mit dem Tag ihrer Einreise ein Recht auf Integration und einen Zugang zu allen dazu gehörenden Angeboten haben. Das kommunale Integrationskonzept wollen wir deshalb so ausgestalten, dass die Gruppe in allen Politikfeldern berücksichtigt wird und eine besondere Unterstützung erfährt.
Ziel: Integration muss mit dem 1. Tag beginnen.

„Zentrale Anlaufstelle für MigrantInnen“

Warum?: Im Alltag ergeben sich viele Probleme, die eines kompetenten Ansprechpartners bedürfen. Eine Anlaufstelle, die eine schnelle unbürokratische Auskunft geben kann und eine fähige Ansprechperson vermittelt, ist eine Erleichterung der Lebenssituation für MigrantInnen in Trier.
Idee: Der Integrationsbeirat soll als erste zentrale Anlaufstelle ausgestaltet werden. Durch den Rückgriff auf das Netzwerk von Organisationen der Migration- und Integrationsarbeit kann der Beirat weitere Hilfestellungen vermitteln,
Ziel: Zentrale, kompetente und bedarfsorientierte Anlaufstelle für MigrantInnen in allen Lebenslagen.

"Ausreisezentrum in Trier schließen"

Warum?: Das angebliche Ziel des Ausreisezentrums Flüchtlinge bei der Ausreise aus Deutschland zu beraten, ist Augenwischerei. Tatsächlich werden Flüchtlinge dort psychisch unter Druck gesetzt und manipuliert, und so zur Ausreise gezwungen.
Idee: Für uns ist kein Mensch illegal. Wir fordern die direkte Schließung des Ausreisezentrums und ein menschenwürdiges Integrationsprogramm für Flüchtlinge in Trier. Deshalb werden wir alle Initiativen unterstützen, die dieses Ziel mit uns teilen.
Ziel: Das Ausreisezentrum schließen und die menschenunwürdige Behandlung stoppen. Integrationsangebot für Flüchtlinge schaffen.